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Heimatverein Wildenhain e. V. 

 

 

 

 

Heimathaus

Das Gutshaus und seine Entwicklung zum Heimathaus

- Ein kurzer Abriss zur Geschichte -

Bis zum Jahre 1945 besaß die Familie Kretzschmar (stammend aus Leipzig) das Gutshaus
(Nr. 1), welches Herr Kretschmar mit seinem Teilhaber Herrn Uhde (stammt aus Bitterfeld) kaufte und später alleiniger Besitzer des 500 Morgen großen Gutes wurde. Vorher waren verschiedene Eigentümer hier ansässig. Herr Kretzschmar war bis zum Umbruch 1945 gleichzeitig Bürgermeister des Ortes.

In diesen Zeiten arbeiteten Knechte, Mägde, Tagelöhner und ausländische Landarbeiter für das Gut. Sie wohnten im "kleinen Hause" (heute Frau Edda Thiel, geb. Beuche).

Durch die Bodenreform (1945) wurde das Gut aufgeteilt. Die Ländereien rechts und links des Weidenhainer-Gräfendorfer Weges, sowie der dahinterliegende Wald wurden an landarme Bauern des Ortes aufgeteilt.

Das Gutshaus (Nr. 1) wurde Eigentum der Gemeinde und für mehrere Familien zu Wohnzwecken umgebaut.

1950 wurde im Erdgeschoss das Geschäftszimmer des Bürgermeisters eingerichtet. Es erhielt einen separaten Eingang linksseitig von der Straße. Dieses Geschäftszimmer befand sich bis zum Jahre 1995 in diesem Gebäude, ehe diese Räume während der Sanierung von 1996 bis 1998 wieder der Wohnnutzung zugeführt werden konnten. Gleichzeitig erfolgte eine komplette Außensanierung des gesamten Gutsgebäudes. Das Geschäftszimmer wurde dann in das sanierte "Alte Schulgebäude" im Erdgeschoss (ehemals Kulturraum) verlegt. Heute, nach der Gemeindereform, befindet sich im Erdgeschoss wieder das Büro des Ortsvorstehers. Im Gutshaus befinden sich weiterhin noch 4 Wohnungen.

Das "kleine Haus" oder Leutehaus wurde mit den dahinterliegenden Stallungen und dem Garten als neue Hofstelle für die damalige Familie Beuche abgetrennt. Die rechter Hand (von der Alten Schulstraße aus gesehen) gelegenen Stallungen (Pferdeställe) brannten durch einen Tieffliegerbeschuss amerikanischer Jäger am 22. April 1945 aus.

Die frühere Scheune (Nr. 1b) an der Torgauer Straße (heute Wildenhainer Hauptstraße) wurde ebenfalls als Hofstelle abgetrennt, ausgebaut und diente der Bodenreform als Stützpunkt. Später befand sich hier der Stützpunkt der LPG "Paul-Scholz Wildenhain", auf dem Traktoren und Maschinen unterstanden und repariert wurden. Danach befand sich hier der Sitz des Bauunternehmen Hans-Jürgen Müller.

Inmitten des Gutshofes, auf dem früheren Misthof, wurde die spätere "Progento-Baracke" errichtet. Hier wurde Langstroh zu Strohmatten, Körbe und Schuhe geflochten. Diese Baracke wurde später durch einen Massivbau ersetzt und diente der Gemeinde als Kindergarten und Hort. Zu dieser Zeit wurde an der Grenze zum Stützpunkt eine hölzerne Toilettenanlage errichtet, welche nach dem Auszug des Hortes wieder abgerissen wurde. Heute beherbergt das Gebäude den Jugendclub des Ortes und Lagerräume.

Hinter dem Gutshaus befanden sich noch ein Wirtschaftsgebäude (heute Heimathaus), Scheunen und "Schuppen". Diese wurden von der Gemeinde als Lagerflächen genutzt und dienten ebenfalls bis in die siebziger Jahre für die Annahme von "Sero-Stoffen" ("Lumpen, Gläser, Altpapier - sammeln wir"). Durch die ungenügende Pflege der Gebäude während der sozialistischen Ära wurde der gutshofprägende Dachstuhl entfernt und durch Welleternit-Platten ersetzt. Die "Sero - Annahme" zog in den ehemaligen "Düngerschuppen" im Schlosserweg. Heute dienen diese Gebäude den Mietern als Garagen und Lagerschuppen.

Im Wirtschaftsgebäude befanden sich bis zum Umbruch im Jahre 1945 in der ersten Etage das "Eßzimmer" der Herrschaft. Der Zugang erfolgte über das Gutshaus in der ersten Etage. Hier befand sich bis zur Sanierung noch eine Nische. Ebenfalls befanden sich Zugänge zum Gutshaus im Erdgeschoss (Vereinsraum und Küche).

Im Erdgeschoss befand sich die Koch- und Backstube (heute Küche, Toilette und Lager) sowie das Eßzimmer (heute Vereinsraum) für das Gesinde (Dienerschaft). Die Schlafräume für das Gesinde befanden sich im "Kleinen Haus".

Aus dem Eßzimmer für das Gesinde und einem Teil der Küche wurde in den sechziger Jahren die "Schwesternstation". Im hinteren Teil (heute Küche) hielt einmal in der Woche ein Arzt seine Sprechstunde ab. Der vordere Raum diente als Warteraum. Gleichzeitig fanden hier Reihenuntersuchungen und die Mütterberatung statt. Nach der Wende (1989) bis zum Jahre 2000 dienten diese Räume den Gemeindearbeitern zum Aufenthalt.

Im anderen Teil der Küche und Backstube wurden für die Mieter im Gebäude ein Bad und Toilettenanlage eingerichtet, da im Obergeschoss zum Teil zwei Mietparteien wohnten. Bei der Sanierung des Gebäudes wurde hier der alte Ziegelboden und eine Wasserstelle aufgefunden.

Heute befindet sich im Obergeschoss noch eine Mietpartei. Die Wohnung wurde im Zuge der Sanierung neu aufgeteilt und "lebenswürdig" wieder hergestellt.

1997 stellte die Gemeinde Wildenhain den Fördermittelantrag beim ALN Wurzen für die Sanierung des hinteren Wirtschaftsgebäudes. Dieser Antrag wurde auch später genehmigt. Jedoch konnte durch die Gemeindegebietsreform und dem Fehlen der finanziellen Mittel nicht sofort mit dem Umbau begonnen werden. Erfreulicherweise konnte durch die findige Suche der Gemeindeverwaltung Mockrehna und der Aufteilung der Maßnahme in zwei Bauabschnitte im Jahre 2002 mit dem Umbau begonnen werden.

Dank der Vereinsmitglieder des "Heimatverein Wildenhain" e.V. und vielen fleißigen Helfern aus dem Ort, sowie Firmen aus der näheren Umgebung konnten wir am 03. Mai 2003 das Heimathaus einweihen. Es ist heute das Vereinshaus unseres Heimatvereins, in dem wir unsere Versammlungen, Feiern und Veranstaltungen durchführen. Die Bodenflächen des Gutshauses und des Heimathauses beherbergen heute ein kleines Museum, welches immer auf Ausstellungsstücke wartet.

Im September 2011 besuchte die Nichte von Hugo Kretzschmar, Frau Irmgard Mennig Wildenhain, um sich die Orte ihrer Kindheit nochmals anzuschauen.

Kurze bekannte Daten des Erbrichtergutes:

-       1314 urkundliche Erwähnung des Ortes Wildenhain

-        1474 als in der Pflege Torgau gelegen erwähnt

-         bis 1547 im  kurfürstlich-ernestinischen

-         dann bis 1806 im kurfürstlich-sächsischen

-          folgend bis 1815 königlich-sächsischen Amt Torgau des Meißnischen Kreises

-          ab 1816 im königlich-preußischen Kreis Torgau der Provinz Sachsen im Regierungsbezirk Merseburg

-          1487 Wendt Haus, wird am Dienstag nach Bartholomäi (28.8) belehnt mit "einem freien Sitz zu
    Wildenhaynn vnd zwei freien Huffen landes ym flure do selbist"

-          1589 Schumann, Hans, er besitzt das Erbgericht im Dorf,
    welches nur an männliche Nachkommen vererbt werden kann
  

Filmvortrag auf dem Heimatboden.
Filmvortrag Heimatboden Heimathaus Wildenhain

Heimatboden Wildenhai 01-M Heimatboden Wildenhai 02-M
Heimatboden Heimathaus

Heimatboden Wildenhai 03-M Heimatboden Wildenhai 04-M

 

Heimathaus Wildenhain
Ansicht Heimathaus Wildenahin

Vereinsraum Teil 1 Vereinsraum Teil2
Vereinshaus Heimathaus Wildenhain

letzter Gutsherr Hugo und Dora Kretzschmar anlässlich der Silbernen Hochzeit 1943
 letzter Gutsherr Hugo und Dora Kretzschmar anlässlich der Silbernen Hochzeit 1943 

 
 
 
 
 
 

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